Zeitgleich mit der Fußball Europameisterschaft wurde mit dem „Packing“ eine neue Kennzahl im Fußball eingeführt.[1] Diese neue Kennzahl wurde vor dem Hintergrund entwickelt, dass die vorher verwendeten Kennzahlen nicht gut geeignet waren, die Leistung eines Teams wiederzugeben und das Spielergebnis zu erklären. Besonders deutlich wurde das an dem WM Halbfinale von Deutschland und Brasilien: obwohl Brasilien in den gängigen Kennzahlen die besseren Werte aufwies, verlief das Spiel bekanntermaßen einseitig zu Gunsten Deutschlands.

packing-3 Mit der Kennzahl des „Packing“ wird nunmehr gemessen, wie viele gegnerische Spieler durch einen Pass oder eine Aktion zwischen Ball und gegnerischem Tor verbleiben und damit aus dem Spiel genommen werden. Je weniger gegnerische Spieler dazwischen sind, desto wahrscheinlicher wird ein Torerfolg für den Angreifer. Spielzüge sind also so zu definieren, dass sie eine möglichst hohen „Packing“-Wert erreichen.

Was können wir von dieser Kennzahl nun für die IT-Steuerung lernen?

Zunächst einmal wollen wir mit den Kennzahlen erklären, ob die Mannschaft gewinnt. Gewonnen hat die IT, wenn die Prozesse des Unternehmens gut unterstützt und das Umsatzsteigerungs- und Kostensenkungspotenzial der IT genutzt werden. Im Gegensatz zum Fußball lässt sich also in der IT auch das Spielergebnis schwer messen.

Jenseits des Spielergebnisses kennen wir einige Kennzahlen, welche die Leistung der IT abbilden sollen. Jedoch zeigt sich auch hier, dass die aktuell oft in der IT-Steuerung verwendeten Kennzahlen die Leistung der IT nur unzureichend erfassen.

packing Wie lässt sich nun die Analogie der Wahrscheinlichkeit des Torerfolgs übertragen? Wann steigt in der IT die Wahrscheinlichkeit „einen Treffer zu erzielen“ und das Spiel zu gewinnen?

Als Treffer können wir hier hervorragende Anwendungssysteme, flexible Architekturen, geringe IT-Kosten und vieles mehr verstehen. Die verschiedenen Formen eines „Torerfolgs“ in der IT lassen sich im Wesentlichen auf drei Voraussetzungen zurückführen:

• Geeignete Strukturen für IT-Entscheidungen
• Gute Zusammenarbeit von Fachbereich und IT
• Gutes gegenseitiges Verständnis in Fragen des Technologieeinsatzes
Diese drei Erfolgsfaktoren sind auch typischerweise für alle Unternehmen gleich. Allerdings müssen für jedes Unternehmen individuelle Kennzahlen entwickelt werden, um den Weg zum „Torerfolg“ nachzuvollziehen.

packing-2 Fazit

Im Ergebnis heißt dies also, dass wenn wir die Leistung einer Organisation messen wollen, wir schauen sollten, was die Voraussetzungen für den Erfolg sind. Aus diesem Verständnis ergeben sich Ideen für die Messung und aktive Verbesserung der „Spielzüge“ einer Organisation.

Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!

[1] http://www.impect.com/de/#idea

Autor: Prof. Dr. Christopher Rentrop