Im ersten Teil dieses Beitrags haben wir uns mit den Begriffen „Digitalisierung“ und „Enterprise Architecture Management“ beschäftigt. In diesem Beitrag klären wir den Zusammenhang der beiden Konzepte.

Eine Verbesserung wird schrittweise erzielt

Eine Verbesserung der IT-Unterstützung durch Digitalisierung wird schrittweise erzielt

Um im Zuge der Digitalisierung eine Verbesserung der IT-Unterstützung in den Geschäftsprozessen zu erreichen, muss schrittweise vorgegangen werden:

  • Zunächst einmal muss die bestehende IT-Unterstützung bekannt sein und bewertet werden. Nur so kann gemessen werden, ob es Optimierungspotential in der aktuell bestehenden IT gibt. Außerdem kann nur so nach der Digitalisierungsmaßnahme festgestellt werden, ob diese erfolgreich war und die IT-Unterstützung verbessert hat oder nicht.
  • Ist die aktuelle IT-Unterstützung analysiert, sind Verbesserungsmaßnahmen zu definieren. Eine Verbesserung schlägt sich dabei vor allem in zwei Dimensionen nieder: der Zufriedenheit von Mitarbeitern, Kunden oder Lieferanten und gleichzeitig einer Effizienzsteigerung oder Kostensenkung im Unternehmen. Daher müssen die Maßnahmen sich aus diesen beiden Dimensionen ableiten, wobei es bei einer Digitalisierungsmaßnahme bestenfalls sowohl zu einem Anstieg der Zufriedenheit und Flexibilität als auch einer Kostensenkung/Effizienzsteigerung kommt. Klassische Maßnahmen sind die Vereinheitlichung von IT-Systemen zwischen verschiedenen Stakeholdern, aber auch der reibungslosere Ablauf von und zwischen Geschäftsprozessen: Digitalisierung kann die IT-Kosten verringern, eine höhere Profitabilität schaffen, eine schnellere Time-to-market erzielen und mehr Wert aus IT Investitionen ziehen [1]. So kann beispielsweise ein elektronischer Datenaustausch die bestehende Kommunikation durch Spreadsheets in der Lieferkette ersetzen, wobei dies zum einen zur Zufriedenheit der Lieferanten beiträgt, aber auch eine Effizienzsteigerung für das Unternehmen selbst darstellt, weil manuelle Tätigkeiten ersetzt werden.

Betrachtet man nun die beiden Schritte zur Zielerreichung der Digitalisierung näher, so fällt auf, dass diese den Zielen des EAM im Wesentlichen gleichen: Die Schaffung von Transparenz, sowie die Ableitung von Standardisierungs- und Integrationspotentialen. Somit lässt sich schlussfolgern, dass ein existierendes EAM die Basis für eine erfolgreiche Digitalisierung ist.

EAM ist die Basis einer erfolgreichen Digitalisierung

Enterprise Architecture Management ist die Basis erfolgreicher Digitalisierungsmaßnahmen

Dabei sollten Unternehmen bei Digitalisierungsmaßnahmen beachten, diese nicht nur hin zur Kundenschnittstelle zu betreiben. Nach außen hin vermitteln die Unternehmen dann eine erfolgreiche Digitalisierung. Laufen im Hintergrund dieser digitalisierten Prozesse jedoch weiterhin zahlreiche manuelle Tätigkeiten ab, die Mitarbeiter mit viel Handarbeit nacharbeiten müssen, so kann nicht von einer erfolgreichen Digitalisierung gesprochen werden.

Ist das EAM im Unternehmen nicht bloß auf dem Papier existent, sondern von allen Beteiligten gelebt und mitgetragen, so herrscht bereits Transparenz über die IT- und Prozesslandschaft und es herrscht ebenfalls Klarheit über bestehende Verbesserungspotentiale. Digitalisierungsmaßnahmen müssen dieses Wissen nur noch nutzen um für das Unternehmen die optimale IT-Unterstützung zu erreichen. Unternehmen ohne gelebtes EAM müssen dagegen zunächst einmal Transparenz herstellen um Maßnahmen zu definieren und sollten vor allem darauf achten, nicht nur den zu digitalisierenden Bereich des Unternehmens unter die Lupe zu nehmen, weil ansonsten wertvolle Synergieeffekte verloren gehen können.

Hier geht es zur Blogserie „EAM und Digitalisierung“.

[1] Ross, Jeanne W., Peter Weill, and David Robertson. Enterprise architecture as strategy: Creating a foundation for business execution. Harvard Business Press, 2006.

Autor: Melanie Huber