Die Digitalisierung verändert die Bedeutung der Informationstechnologie im Unternehmen und damit auch die Rollen von Fachbereich und IT-Abteilung. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Idee einer adaptiven IT-Governance vor, mit der die neuen Anforderungen an die Zusammenarbeit von Fachbereich und IT-Abteilung erfolgreich gemeistert werden können.

IT-Governance in traditioneller Form

IT-Governance: Regelung der Verantwortung für IT im Unternehmen

IT-Governance regelt die Aufteilung der Verantwortung zwischen Business und IT im Unternehmen. Ihre Bedeutung steigt mit der zunehmenden strategischen Relevanz der IT, da eine sachgereichte IT- Governance Voraussetzung für den wertsteigernden Einsatz der IT ist. Traditionelle Governance-Ansätze implizieren in der Regel eine „horizontale“ Arbeitsteilung zwischen Fachbereich und IT.

Die Definition der strategischen und operativen Anforderungen ist Aufgabe der Fachbereiche, während die Umsetzung dieser Anforderungen und der Betrieb der technischen Infrastruktur in die Verantwortung der IT-Abteilung fällt.

 

Der Weg zur adaptiven IT-Governance

In der Praxis lässt sich jedoch feststellen, dass diese Form der Arbeitsteilung in der Strenge nicht durchzuhalten ist: Schatten-IT, Shop-Floor-IT und in jüngerer Zeit auch Produkt-IT zeigen, dass die Fachbereiche eine aktivere Rolle in der IT-Unterstützung des Unternehmens spielen. Die Digitalisierung mit der zunehmenden Durchdringung der Geschäftsprozesse mit IT fördert und verlangt auch diese aktive Beteiligung. Daher stellen wir die zwei folgenden Hypothesen auf:

  • Hypothese 1: Fachbereiche konsumieren Services nicht mehr nur, sie erstellen und betreiben sie auch selbst.
  • Hypothese 2: Eine (zentrale) IT-Organisationseinheit im Unternehmen bleibt zur Betreuung zentraler und übergreifender Services erhalten.

 

Adaptive IT-Governance – serviceorientierte Verantwortungsteilung und Zusammenarbeit zwischen Fachbereich und IT-Abteilung

Zusammengenommen bedeutet dies, dass es einen Abstimmprozess zwischen Fachbereich und IT Abteilung geben muss. Dieser regelt, welche Services die Fachbereiche in welchem Umfang selbst betreiben sollen, welche Qualitätsstandards für diese „Business Managed“ IT-Services zu beachten sind und wie die Zusammenarbeit von Fachbereich und IT an den jeweiligen Schnittstellen erfolgen soll.

Aus diesem Ansatz ergibt sich ein IT-Governance-Konzept, in dem die Verantwortung von Fachbereich und IT individuell für jeden Service bzw. eine Gruppe von Services definiert wird. Die Governance ist flexibel an das Unternehmen anpassbar und hat auch Änderungen der Umfeldbedingungen sowie der Services im Laufe der Zeit zu berücksichtigen.

Dieser Ansatz stellt daher eine „Adaptive IT-Governance“ dar und ist Grundvoraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Digitalisierung des Unternehmens. In weiteren Beiträgen werden wir Ihnen aus unseren Projekten berichten, wie eine solche adaptive IT-Governance in Unternehmen umgesetzt werden kann.

Autor: Prof. Dr. Christopher Rentrop


1 Kommentar

Blogtext: Erfolgsfaktoren Digitale Transformation · April 17, 2018 um 10:54 am

[…] Die digitale Transformation erfordert eine bessere Form der Zusammenarbeit zwischen Fachbereich und IT als sie heute in vielen Unternehmen besteht. Die große emotionale und sprachliche Distanz zwischen den Bereichen und die stark auf formalen Prozessen basierte Zusammenarbeit bremst die Innovation im Unternehmen. Zudem muss die IT lernen, den Fachbereichen mehr Anteil an der IT zu überlassen. Diese Aufgabe muss aber auch von den Fachbereichen angenommen werden; sich zurück zu lehnen und die IT innovativ sein zu lassen, hilft dem Unternehmen nicht weiter. (Zur Umsetzung dieses organisatorischen Ansatzes lesen Sie unseren Blog über „Adaptive IT Governance“). […]

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