Im ersten Teil dieses Beitrags sind wir auf die Aufgaben der CDOs und wichtige Erfolgsfaktoren eingegangen. Nun folgt der zweite Teil, welcher sich mit möglichen Alternativen zum CDO und der daraus resultierenden Schlussfolgerung, befasst.

Alternativen

Der Einsatz von CDOs ist jedoch nicht immer der beste Weg, um die digitale Transformation zu treiben. Auch der CEO eines Unternehmens kann Treiber der digitalen Transformation sein. Der CEO ist verantwortlich für den Unternehmenserfolg und hat bereits die benötigte Entscheidungsgewalt und somit auch das Durchsetzungsvermögen um Veränderungen einzuführen. Dabei ist allerdings wichtig, dass der CEO ein grundlegendes technologisches Verständnis vorweisen kann und dementsprechend neue Geschäftsmodelle und Chancen, die sich durch die Digitalisierung ergeben, erkennen kann. Zu Bedenken ist hier allerdings, dass seine bisherigen Aufgaben als CEO weiterhin bestehen und das Treiben der digitalen Transformationen zu seinen täglichen Aufgaben noch hinzukommen würde. Der CEO muss folglich seine Prioritäten abwägen und Kapazitäten freiräumen, um die digitale Transformation treiben zu können.

Als Alternative kann auch ein Office als Stabsstelle eingesetzt werden, welches direkt an den CEO berichtet und eine Querschnittsfunktion im Unternehmen bildet. So wird die digitale Transformation nicht nur durch eine Person, wie den CDO oder CEO, getrieben, sondern von einem ganzen Team. Dabei muss das Office aus Mitarbeitern mit einem technologischen Verständnis zusammengesetzt werden und es benötigt die Unterstützung des CEOs um das notwendige Durchsetzungsvermögen zu erlangen.

Eine weitere Option kann ein Board aus Führungskräften z.B. als Digital Transformation Board sein. Wie auch beim CEO ist hier bereits eine hohe Entscheidungsgewalt vorhanden. Außerdem wird damit das Business direkt miteinbezogen , da Repräsentanten aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Geschäftsfeldern im Board vertreten sind. So entsteht Transparenz und ein gemeinsames Verständnis zur digitalen Transformation im Unternehmen. Dabei soll das Board die Digitalisierungsstrategie sowie IT-Initiativen und Projekte koordinieren.

Wichtig ist hierbei, dass die Führungskräfte das notwendige technologische Verständnis mitbringen und sie die Rolle und den Mehrwert der IT begreifen. Dabei geht es weniger um technisches Wissen, sondern viel mehr darum wie IT und Business erfolgreich zusammenarbeiten können um neue Chancen realisieren. Die Zusammenarbeit zwischen Business und IT ist essenziell, wenn es darum geht neue Wettbewerbspotenziale und neue Geschäftsmodelle zu identifizieren und umzusetzen. Das Business ist demnach ohnehin dazu aufgefordert ein Verständnis für Informationstechnologie, digitale Lösungen und mögliche Potenziale aufzubauen, was für die Einrichtung eines Boards spricht.

Fazit

Der Einsatz eines CDOs kann sinnvoll sein und viel für ein Unternehmen bewirken. Doch sollte zunächst geprüft werden, ob die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden können, damit der CDO sein volles Potenzial ausschöpfen kann. An Stelle eines CDOs können weitere Alternativen als Treiber für die digitale Transformation in Betracht gezogen werden. Unter Umständen stellen ein CEO oder ein Board eine bessere Wahl dar, wenn die oben beschriebenen nötigen Voraussetzungen für einen CDO nicht gegeben sind. Es gibt folglich keinen Treiber für die digitale Transformation, der in jedem Unternehmen die beste Wahl darstellt. Jedes Unternehmen muss seine eigene Situation prüfen und darauf basierend seine Wahl treffen.

Autor: Jenny Schwarz


1 Kommentar

Der Chief Digital Officer - Erfolgsfaktoren und Alternativen (Teil 1) · August 14, 2018 um 9:24 am

[…] wir nun die Rolle des CDOs und dessen Erfolgsfaktoren betrachtet haben, wollen wir im zweiten Teil zeigen, welche Alternativen neben des CDOs denkbar sind und welche Schlussfolgerung sich daraus […]

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